Das Ishikawa-Diagramm
Ein Leitfaden für systematisches Problemlösen
In der Welt der Innovation spielen Kreativitätstechniken eine entscheidende Rolle. Sie sind Instrumente, die maßgeblichen Einfluss auf den Erfolg eines zu lösenden Problems haben können. Eine dieser Techniken ist das Ishikawa-Diagramm, auch bekannt als Ursache-Wirkungs-Diagramm oder Fischgrätendiagramm.
Ishikawa-Diagramm – Eine Einführung
Das Ishikawa-Diagramm ist eine Methode zur Identifizierung, Sortierung und Visualisierung von möglichen Ursachen für ein bestimmtes Problem. Es wurde von Kaoru Ishikawa entwickelt und ermöglicht einen systematischen Ansatz zur Problemlösung. Das Ziel dieser Methode ist es, strukturiert unterschiedliche Perspektiven bei der Ursachenfindung und Problemlösung aufzudecken. Die Methode kann in Meetings, Diskussionen und Brainstorming-Sitzungen eingesetzt werden, um vielseitiges und systematisches Denken zu fördern und bessere Entscheidungen zu treffen.
Anwendung: So funktioniert’s
Die Anwendung des Ishikawa-Diagramms beginnt mit der Definition des Problems, das in den “Kopf” des Fischgrätendiagramms geschrieben wird. Danach werden die Hauptursachenkategorien identifiziert und als “Gräten” dargestellt, die vom Hauptstrang abzweigen. Diese Kategorien können variieren. Häufig werden jedoch die folgenden Kategorien verwendet: Mensch, Material, Maschine, Methode, Mitwelt, Management, Messbarkeit und Geld.
Innerhalb jeder Kategorie werden dann spezifische Ursachen identifiziert und als kleinere “Gräten” dargestellt. Dieser Prozess wird solange wiederholt, bis keine neuen Ursachen mehr identifiziert werden können. Durch diese strukturierte und systematische Herangehensweise können die involvierten Personen eine umfassende und fundierte Ursachenanalyse durchführen.
Das Ishikawa-Diagramm fördert vielseitiges und systematisches Denken und hilft dabei, bessere Entscheidungen zu treffen. Es ist ein wertvolles Werkzeug für jeden, der Probleme auf eine neue Art und Weise lösen will und diesen dabei wirklich „auf den Grund gehen möchte“.
Das Ishikawa-Diagramm kann in verschiedenen Kontexten eingesetzt werden, einschließlich des Qualitätsmanagements oder der Prozessoptimierung. Dabei fördert es außerdem die Zusammenarbeit in Teams.
Anwendung: Ein Beispiel
Stellen Sie sich vor, ein Automobilhersteller hat ein akutes Problem: Die Ausfallrate der Bremsen in einem bestimmten Modell ist höher als erwartet. In einem Meeting versammelt das Unternehmen ein Team von Ingenieur:innen, Produktmanager:innen und Qualitätssicherungsexpert:innen, um das Problem zu untersuchen.
Das Team beginnt mit der Erstellung eines Ishikawa-Diagramms, wobei das Hauptproblem – die hohe Ausfallrate der Bremsen – im Kopf des “Fisches” platziert wird. Die Hauptkategorien von Ursachen, wie “Menschen”, “Methoden”, “Materialien”, “Maschinen”, “Messungen” und “Umwelt”, werden als “Gräten” dargestellt, die vom Hauptproblem wegführen.
Unter jeder Kategorie sucht das Team nach möglichen spezifischen Ursachen für das Problem. Zum Beispiel könnten unter “Materialien” minderwertige Bremsbeläge oder fehlerhafte Bremsscheiben stehen. Unter “Menschen” könnten unzureichende Schulungen oder Fehler bei der Montage stehen.
Durch diese Methode kann das Team systematisch alle möglichen Ursachen für das Problem identifizieren und priorisieren, welche Ursachen weiter untersucht werden sollten.
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