KI als Gamechanger im Marketing
Interview mit Creative Lead Rob Krüger
Von einer Revolution spricht man, wenn sich ein bestehendes System radikal verändert, wenn ein struktureller Wandel stattfindet. Befindet sich das Marketing an diesem Punkt?
Mit Creative Lead und Marketingexperte Rob Krüger haben wir über die KI- Revolution im Marketing gesprochen. Er erklärt, wann KI zu einem Gamechanger wird und warum er sich ausgerechnet von einem Algorithmus einen Human Boost verspricht.
Rob Krüger gibt uns aber nicht nur im Interview interessante Einblicke in die Welt des KI- gestützten Marketings. Am 14. Mai wird er bei unserem Event „KI- Revolution im Marketing“ Einblicke in verschiedene Anwendungsfälle aus der Praxis geben. Zusammen mit unserem KI- Trainer Timur Sereflioglu zeigt er auf, wie KI-Technologien Marketingstrategien beeinflussen und wie Daten bestmöglich z.B. für Predictive Analytics und Stimmungsanalysen genutzt werden können. Verpassen Sie nicht die Chance, Ihr Marketing auf ein neues Level zu heben!
Als Marketingexperte und Creative Lead entwickelt Rob Krüger wirkungsvolle Kampagnen, die Aufmerksamkeit erregen, Markenidentitäten formen und die Kundenbindung stärken. Durch seine langjährige Erfahrung in der Entwicklung von Marketingmaßnahmen für über 100 global agierende Konzerne und führende Marken verfügt er über eine tiefgehende Wissensbasis für den innovativen Einsatz von KI im Marketing.
1. Wird KI das Marketing grundlegend verändern?
Künstliche Intelligenz hat das Marketing bereits heute verändert, es wird sich nur noch weiter ausprägen. Wenn man über die Nutzung von KI spricht, sollte man allerdings zwischen der generativen, also der schöpferischen und der klassischen KI, die vor allem auf Automation ausgelegt ist, unterscheiden. Durch den Hype um ChatGPT und Co. sind generative KI- Modelle gerade sehr in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt. Dabei gerät ein wichtiger Aspekt jedoch in den Hintergrund:
KI- Tools sollen uns die Arbeit nicht komplett abnehmen, sondern uns eher wie ein Co- Pilot bei unserer eigentlichen schöpferischen Arbeit zur Seite stehen und Aufgaben übernehmen, auf die wir keine Lust haben.
2. Apropos ChatGPT: Schreibst du deine Texte noch selbst? Und die eigentliche Frage: Wofür nutzt du KI in deinem beruflichen Alltag?
Ja, ich schreibe meine Text auf jeden Fall noch selbst, nutze ChatGPT aber zur Unterstützung. Ich kreiere mit Hilfe der KI eine textliche Basis, die ich dann bearbeite. Ein Beispiel: Social Media Arbeit. Ich habe mir zum Teil eigene KI- Modelle gebaut, die Textstrukturen erstellen, die auf meinen konkreten Vorgaben zum Aufbau, Stil, Tonalität etc. basieren. Das kann auch dabei helfen, den eigenen Stil – der durchaus schon mal variieren kann – stringenter und konsequenter umzusetzen. Man könnte sagen, KI hilft mir, den eignen Stil zu synthetisieren.
3. Wofür wird KI bereits heute im Marketing genutzt?
Die Frage müsste eher lauten: Wo ist KI heute noch nicht im Einsatz?! Copywriter:innen nutzen Tools wie ChatGPT für die Textkreation, während Gestalter:innen eher auf Programme wie Midjourney zurückgreifen. Man kann KI- Anwendungen aber auch nutzen, um interne Arbeitsabläufe zu strukturieren oder Werbebanner in x verschiedene Formate zu übersetzen. Ein weiteres Beispiel ist die nachträgliche Implementierung von Künstlicher Intelligenz in bereits bestehende Programme und Online-Tools.
Grundsätzlich kann man sagen, dass KI als extremer Beschleuniger fungiert, der Prozesse effizienter gestaltet und Zeit freisetzt, die für wirklich kreative Prozesse genutzt werden kann.
Trotz der vielfältigen Möglichkeiten ist es aber wichtig zu verstehen, dass die KI immer nur so gut sein kann, wie die Person, die sie bedient. Nur, wenn man sein Handwerk beherrscht, zum Beispiel das Texten, ist man der in der Lage, die richtigen Anforderungen an das Tool zu stellen und die Qualität der Ergebnisse auch zu beurteilen. Ist das nicht der Fall, erhält man womöglich Ergebnisse, die alle anderen auch bekommen.
4. Wo siehst du die größten Potenziale von KI- Anwendungen im Marketing?
Ein Ziel sollte es sein, dass KI uns die Aufgaben abnimmt, auf die wir keine Lust haben und uns dadurch Zeit für Aufgaben schafft, bei denen wir als Mensch aufblühen. Wenn wir nur das tun würden, was wir wirklich lieben, dann wäre das ein echter Human Boost für die KI. Für Menschen, die kreativ arbeiten, wäre es eine Entlastung, organisatorische und bürokratische Aufgaben abgenommen zu bekommen. Hier kann KI ein Gamechanger sein.
Egal ob es kreative Arbeit ist oder nicht, ein Mensch funktioniert dann am besten, wenn er sich komplett fallen lassen, in die Aufgaben abtauchen kann und nicht von äußeren Faktoren abgehalten wird.
Und hier sehe ich das größte Potenzial von KI, wenn sie begleitende Prozess im Hintergrund steuert und es dadurch Menschen ermöglicht, komplett in den Flow einzutauchen. Neben dem kreativen Aspekt gibt es auch noch unternehmerische Faktoren, die bei der Nutzung von KI eine Rolle spielen. In der heutigen Zeit muss man sich ständig fragen, ‚welche Ergebnisse sind zu welchem Kurs wie marktfähig?‘. Wenn man die gleichen Ergebnisse deutlich teurer produziert als andere, dann ist man irgendwann nicht mehr marktfähig. Und deshalb sehe ich beim Thema Produktivität auch den größten Einfluss der KI.
5. Wie beeinflusst die Nutzung von KI-Tools die Kundenkommunikation? Werden wir zukünftig nur noch über und mit Maschinen kommunizieren?
Im Marketing geht es ja nicht nur um Fakten, sondern vor allem um Emotionen. Unternehmen verkaufen keine Produkte, sie verkaufen ein Nutzenversprechen, eine Arbeitserleichterung, einen Lifestyle etc.
Viele Texte von ChatGPT sind zwar richtig, aber sie schaffen keine emotionale Bindung. So etwas schafft nur ein guter Copywriter. Der leitet den Leser Satz für Satz zum relevanten Inhalt und baut dabei Interesse auf. Wenn man in der von (Werbe-)Botschaften überfluteten Welt herausstechen will, kommt man nur mit wirklicher Kreativität weiter.
6. Gib uns mal einen kleinen Vorgeschmack auf die Veranstaltung am 14. Mai. Was erwartet die Teilnehmer:innen?
Zusammen mit Timur Sereflioglu nehme ich die Teilnehmer:innen mit auf eine Reise durch die KI- Welt im Marketing. Wir werden in einem Querschnitt vorstellen, was heute schon möglich ist. Dazu gehören Anwendungsszenarien, verschiedene Tools und ihre Funktionen, von der Ideengenerierung bis zur Erstellung einer Werbeanzeige oder Präsentation. Zusätzlich wird es einen interaktiven Part geben, aber was genau wird noch nicht verraten.
7. Warum sollten Marketing- Betreiber die Veranstaltung besuchen?
Wir stellen uns die Frage: ‚KI – Hype oder Hoffnung?‘ Wir möchten nicht das zehnte KI-Tool vorstellen, sondern tiefer ins Thema einsteigen, das Unerwartete herauskitzeln und den Horizont der Teilnehmer:innen deutlich erweitern. Das machen wir zum einen mit anwendungsbezogenen Ideen, viel Erfahrung auf dem Gebiet und einem großen unternehmerischen Verständnis.
Eines ist mir aber am wichtigsten: Ich möchte bewirken, dass die Teilnehmer:innen mit neuer Energie aus der Veranstaltung gehen und das volle Potenzial ihrer Möglichkeiten ausschöpfen.









